Wertvolle Erfahrung Wenn Designer und Auftraggeber kommunizieren
Dez 13th, 2008 | By admin | Category: VERSCHIEDENESKommunikationsdesigner müssen kommunizieren können. Das jedenfalls wird von ihnen erwartet. Erwartet wird von ihnen aber auch, dass sie das tun, was beispielsweise der Auftraggeber eines Werbefilms von ihnen wünscht. Was aber, wenn bereits das Auftragsbriefing vollkommen unverständlich und allgemein gehalten ist? Was ist, wenn der Ansprechpartner des Designers der Assistent des Assistenten des Chefs ist? Und was machen wir, wenn dieser Assistent nicht einmal die einfachsten Regeln der Kommunikation kennt? Wenn er dem Kreativen jeden Textentwurf auf den Kopf stellt und jedes Layout umstellt? Was ist, wenn von oben die Anweisung kommt, die Textmenge zu verfünffachen und damit die Kernbotschaften zu verwässern? Und was ist, wenn wir alles so machen, wie es gewünscht war und dann der Chef des Assistenten des Assistenten ausrichten lässt, dass doch alles ganz anders sein soll? Ist doch klar! Wir gehen zu diesem Chef und sagen ihm mal so richtig die Meinung. „So geht das nicht. Kommunikation muss sich auf die Kernbotschaft konzentrieren, muss einfach, klar, emotional…“ – da fährt dir dann dieser Chef des A. übers Maul und meint, er wolle es so haben. Natürlich lehnst du diesen Auftrag sofort ab und stellst für´s Weiterarbeiten deine Bedingungen! Oder vielleicht doch nicht? Was ist, wenn dieser Auftrag ein ganz fetter Fisch ist, auf den du nicht verzichten willst? Spätestens hier beginnen die schlaflosen Nächte und du schwörst dir: „So etwas passiert mir nie wieder.” Ich denke, diese natürlich vollkommen frei erfundene Geschichte kennt jeder Kreative genau. Ich weiß aber auch, dass die Kommunikation zwischen Designer und Auftraggeber in vielen Designerschmieden, die unseren Nachwuchs auf das „wirkliche Leben“ vorbereiten sollen, oft nicht thematisiert wird, weil den Lehrenden im Laufe der Jahre die praktische Berufserfahrung abhanden kommt. Damit uns das nicht auch passiert (und natürlich auch, weil es richtig Spaß macht) ist, neben den Realprojekten, in die Akademie ein Produktionsstudio eingebettet, das erfolgreich für kleine und große Auftraggeber arbeitet und als Bindeglied für studentische „Realprojekte“ dient. Denn, gut geführte Realprojekte sind für die Lazi Akademie und unsere Studierenden eine Garantie für den lebenswichtigen Realitätsbezug.
Herzlichst,
A. Ingo Lazi
