Armin Vetter feierte 10-jähriges Lazi Jubiläum
Feb 9th, 2009 | By UK | Category: FILM, VERSCHIEDENESDie Redaktion der Lazi-Letter hat mich gebeten, einen Artikel zu meinem Jubiläum zu schreiben.Dies ist keine leichte Aufgabe, da bei solch einem Anlass sich oft zwei Peinlichkeiten in einen Text schleichen.
Erstens lauert die Versuchung ein Resumee zu ziehen, quasi einen Vergleich von Damals und Heute, was mich noch älter machen würde, als ich eh schon bin. Zweitens lauert die Gefahr in eine philosophische Betrachtung zu rutschen, die wie Lebensweisheit wirkt. Dieses würde mich nicht nur alt, sondern steinalt aussehen lassen.
Also was schreiben?
Solch ein Anlass nutzt man ja gerne um sich bei den Menschen zu bedanken mit denen man diese Zeit erleben durfte. Auch ich möchte mich bedanken. An erster Stelle bei meinen Studenten. Sie sehen in mir nicht nur den Dozenten, sondern auch den Partner und den Coach. Ehemalige Studenten, und davon habe ich ja schon sehr viele, schicken mir Drehbücher mit der Bitte um ein Lektorat, oder besprechen mit mir ihre aktuellen Projekte. Es macht mir Freude einen guten Draht zu den Studenten und Ehemaligen zu haben und ihn über Jahre zu behalten. Bedanken möchte ich mich bei meinen Kollegen und meinen Assistenten, die mir oft das Gefühl geben in einem guten Team zu arbeiten. Und ich möchte mich bei meinen Chefs bedanken. Dagmar und Ingo Lazi führen die Akademie mit viel Herz und Leidenschaft. Sie sind sehr ambitioniert und fördern mich und meine Arbeit mit ihrer Kreativität und ihrem Vertrauen. Stop – diese Zeilen klingen ja fast wie ein Resumee.
Also was schreiben?
Vielleicht sollte ich nicht über die Zeit an der Lazi Akademie nachdenken. Schließlich verhinderte sie in all diesen Jahren auch viel Anderes. Bekanntlich hat man ja nur ein Leben und mit jeder Entscheidung, die man für etwas trifft, entscheidet man sich gleichzeitig auch gegen etwas. Wehmütig erstelle ich hier eine kleine Liste der Dinge, die ich in den letzten zehn Jahren nicht lebte: Ich machte keine Weltreise, eroberte nicht Hollywood und erfand auch kein Serum gegen Liebeskummer. Lernte nicht Key surfen, begegnete nicht Angelina Jolie und auch nicht Penelope Cruz, obwohl, die sah ich wenigstens aus Entfernung bei der letzten Berlinale. Somit sind wir nun unvermeidbarerweise beim Film gelandet. Vielleicht lieben wir deshalb Film, weil er uns einen Teil der Leben zurückgibt, die wir nicht geführt habe oder uns die Leben schenkt, die wir niemals führen werden. Denn bekanntlich haben wir ja nur Eins. Aber diese Erkenntins endet in philosophischen Betrachtungen, die ich nun wirklich nicht wollte. Eigentlich will ich zu zehn Jahren Lazi Akademie nur eines sagen: Ich würde nichts anders machen und freue mich auf die nächsten zehn Jahre.
Vielen Dank für das Jubiläumsgeschenk. Eine VIP Kinokarte, mit der ich ein Jahr lang eine Flatrate fürs Kino habe. Die werde ich reichlich nützen um, wie ich schon sagte viele Leben zu leben.

